Ein letzter Halt auf der Reise des königlichen Pilgers

An den Willi-Graf-Schulen wurde Menschenwürde nicht nur thematisiert, sondern erlebt – im Spiegel, im Gebet und im Einsatz für andere.

Der königliche Pilger der Hoffnung machte ab dem 11.11.2025 auf seiner langen Reise durch die vielen Einrichtungen zuletzt Station an den Willi-Graf-Schulen (WGS) in Saarbrücken. Nachdem er vorsichtig unter den staunenden Augen der Schulleitung aus seinen Reisekleidern „geschält“ worden war, ging es quer durch das Gebäude in die Schulkapelle. Hier stand er aufrecht und unübersehbar die folgenden Tage auf seinem Sockel und schaute die Besucherinnen und Besucher freundlich an, wenn sie den Raum betraten.

Und das erste Highlight ließ nicht lange auf sich warten. Gleich am nächsten Tag endete der riesige St. Martin-Umzug der Innenstadtpfarreien auf dem Schulhof der WGS. Die großen und kleinen Besucher konnten den König in seinem neuen Domizil bewundern. Dort bekam er weiterhin reichlich Besuch von Klassen der Realschule und des Gymnasiums.
Unser Schulpfarrer, Bernd Schütz, und seine Kolleginnen und Kollegen banden die Thematik in zahlreiche Stufengottesdienste ein und hielten auch einige Religionsstunden vor Ort.
Das Requiem am 14.11.2025 zu Ehren der Verstorbenen unserer Schulgemeinschaft hatte ebenfalls Bezug zum „König der Wahrheit“.
Der Saarbrücker Künstler Markus Hohlstein schuf bei einem anderen Projekt eine Verbindung zu den Kindern mithilfe von „Würdestempeln“.

Zwei ganz besondere Ereignisse erlebte unser königlicher Gast noch: Zum einen lernten die Kinder der Stufe 5 die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen unseres Partnerbistums in Bolivien durch einen interaktiven Vortrag kennen, bevor sie sich durch eine schulinterne Sammelaktion für deren Verbesserung einsetzten. Und zum anderen durchliefen im Rahmen des Thementages der Realschule die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse insgesamt 9 Stationen, bei denen sie sich selbst und ihre Beziehung zu Gott reflektieren. Eine dieser Stationen – der Spiegel – sollte die Kinder in ihrem Selbstwertgefühl stärken, indem sie sich genau betrachteten und als einzigartig und wertvoll wahrnahmen. Wie der Pilgerkönig hat jedes Kind eine unantastbare, königliche Würde und darf seine Einzigartigkeit als Geschenk begreifen. Nachdem die Kinder sich intensiv mit ihrem Spiegelbild befasst und positive Eigenschaften an sich entdeckt und ausformuliert hatten, durften sie sich ein Affirmationskärtchen mitnehmen – als ständige Erinnerung daran, dass sie etwas Wertvolles, Besonderes und Wunderschönes sind.

Am Ende der ereignisreichen Woche wurde dann der kleine weit gereiste König wieder gut verpackt und unsere Delegation brachte ihn wohlbehalten zum Abschlusstreffen der Aktion „Pilger der Hoffnung“ im Heiligen Jahr 2025 am 5. Dezember nach Trier. Immer stand der Sinn des Pilgers der Hoffnung im Vordergrund: JEDER trägt eine unantastbare Würde, die dem Menschen als Geschöpf Gottes immanent ist. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin (Psalm 139,14).

Text/Fotos: Willi-Graf-Schulen